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Der Trick mit der Inflation und der Deflation

Quelle: © frank peters - Fotolia.com
Zurzeit wird viel darüber geschrieben und diskutiert, ob nun die Inflation oder die Deflation zum Kernproblem wird. Dabei haben beide Szenarien – Inflation wie Deflation – am Schluss das selbe Ergebnis: Das Ende des Währungssystems. Lassen Sie sich daher mit den Debatten darüber nicht ablenken und täuschen. Ergänzend zu Reinhardt Deutsch, der bereits dieses Täuschungsmanöver beschrieben hat, biete ich Ihnen nachfolgend wichtige Hintergründe. Auf diese Weise wird es viel einfacher, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Die offizielle Definition der Begriffe Inflation und Deflation
WIKIPEDIA definiert: „Inflation (von lat.: „das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen“) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden, „signifikanten“ Anstieg des Preisniveaus. Daher kann man unter Inflation auch eine Geldentwertung verstehen.“„Unter Deflation versteht man in der Volkswirtschaftslehre einen allgemeinen, signifikanten und anhaltenden Rückgang des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen.“
Die Schwankungen der Marktpreise sind zu trennen von der Erhöhung der Geldmengen
Schwankende Preise von Gütern sind ein normaler marktwirtschaftlicher Vorgang. So werden beispielsweise die Preise von Agrargütern steigen, wenn aufgrund widriger Wettereinflüsse die Ernten geringer ausfallen. Umgekehrt fallen die Preise, sobald aufgrund positiver Einflüsse die Ernten wesentlich besser ausfallen. Der gleiche Mechanismus greift, wenn ein Produkt aufgrund erhöhter Produktivität oder wegen technischen Fortschritts günstiger produziert werden kann. Diese Mechanismen der Preisbildung sind etwas völlig Normales und dienen dazu, Konsumenten und Produzenten Knappheiten bzw. Überkapazitäten anzuzeigen. Daraufhin können Konsumenten wie Unternehmer wirtschaftlich sinnvolle Entscheidungen über künftige Investitionen treffen.Die Steuerung der Geldmengen über die Zentralbanken ist der Kern des Problems
Inflation und Deflation haben mit diesen gesunden Schwankungen der Marktpreise nichts zu tun. Hier werden keine Knappheiten oder Überkapazitäten angezeigt sondern das Geld als solches wird insgesamt wertloser (Inflation - Geldmenge wächst) beziehungsweise wertvoller (Deflation - Geldmenge schrumpft). Diese Entwicklungen werden über die Geldmengen und die Zinspolitik der Zentralbanken gesteuert. Eines der Kernprobleme dabei ist die Tatsache, dass Zentralbanken und Geschäftsbanken Geld ohne Gegenwerte aus dem Nichts (legales „Falschgeld“) erzeugen können. Um eine dauerhafte Stabilität eines Geldsystems herzustellen, darf die Geldmenge nur in dem Maße wachsen oder schrumpfen, in dem auch die gesamte Produktivität eines Währungssystems wächst oder schrumpft.Inflation - ein schleichender Prozess
Wer das Preisniveau heute mit den Preisen vor 40 Jahren vergleicht, kann deutlich ablesen, in welchem Maße die Inflation gestiegen ist. Dabei sind die offiziellen Inflationsraten mit Vorsicht zu genießen, da hier diverse Manipulationsmöglichkeiten (Surrogat-Ansatz, Hedonik, geometrische Gewichtung, Zusammensetzung des Warenkorbs) genutzt werden, um die Raten klein zu halten. Daher befinden wir uns in einer Verschuldungskrise, denn durch die Gelderzeugung ohne Gegenwert (Staatsschulden, private und Unternehmensschulden) wächst die Geldmenge unaufhaltsam weiter. Legt man die gesteigerte Produktivität bei der Herstellung von Brot zu Grunde, so müsste ein Brot heute günstiger sein als vor 40 Jahren. Dennoch kostet ein Brot heute ein Mehrfaches. Genau dies ist die Täuschung mit der Inflation über die Geldmengen.Deflation – Die Schrumpfung der Geldmenge
Wie kommt es nun zur Deflation? Indem Schulden durch Bankrotte und Ausfälle einfach wieder verschwinden. Damit wird Geld, das aus dem Nichts erschaffen wurde, wieder zu Nichts. Es sinkt also die Geldmenge bzw. es verschwindet ein Teil der Verschuldung. Passiert das in großem Maße, z. B. in einer Wirtschaftskrise (kommt Ihnen das bekannt vor?) kann es zu einer heftigen Deflation kommen. So erleben wir seit 2008 eine Vermögensdeflation bei den Immobilienpreisen in den USA, da große Teile der Verschuldung durch Ausfälle verschwanden.Was kommt auf uns zu - Inflation oder Deflation?
Dies ist eine der häufigsten Fragen in meinen Beratungsgesprächen. Ich habe dazu eine klare Meinung: Unser Kernproblem wird die Inflation, bzw. eine Währungsreform werden. Dabei kann es durchaus zu deflationären Phasen in verschiedenen Bereichen kommen. Jedoch wäre eine dauerhafte Deflation für einen Staat das wesentlich schlimmere Szenario, da diese bereits nach relativ kurzer Zeit zum Staatsbankrott führt. Es würden dann aufgrund sinkender Preise und Einkommen die Steuereinnahmen des Staates massiv einbrechen. Im Gegenzug allerdings würden die Schulden und damit die Zinsbelastungen des Staates in gleicher Höhe bestehen bleiben, was eine baldige Zahlungsunfähigkeit zur Folge hätte.Eine Deflation ist oft die Vorstufe zur Hyperinflation
Somit würde eine anhaltende Deflation den Staat dazu zwingen in die Gegenrichtung zu steuern und die Geldmengen massiv auszuweiten. Dies führt dann in die Inflation beziehungsweise in die Hyperinflation. Es bedeutet für den Staat jedoch einen Zeitgewinn, den er nutzen wird. Sie finden dafür zahlreiche Belege in unseren Geschichtsbüchern. Im Endergebnis führen beide Wege, die Inflation wie die Deflation, zur Zerstörung des überschuldeten Währungssystems.Mit Sachwerten können Sie die Kaufkraft von Vermögen sichern
Indem Sie vorhandene Vermögenswerte gut gestreut in reale Werte investieren, erhalten Sie in einem Inflations-Prozess Ihre Kaufkraft. Es kann sehr risikoreich sein, darauf zu spekulieren, in einer Deflationsphase Sachwerte noch günstiger einzukaufen. Kommt diese Deflationsphase nicht oder verursacht ein überraschendes Ereignis schon vorher eine starke Inflation oder einen Währungsschnitt, war das Warten auf einen besseren Preis eine sehr teure Entscheidung. Handeln Sie solange dies unproblematisch möglich ist.Melden Sie sich bei mir, für weitere Informationen oder qualifizierte Beratung zu krisenfesten Geldanlagen.
Ihr

Eingestellt am 19.07.2010 von M. Rehberger
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