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Experten und Politiker warnen vor kommender Inflation und empfehlen Investitionen in Sachwerte
"Es ist die Inflation, Dummkopf" lautet die Überschrift des Gastkommentars von Alan Greenspan in der Ausgabe der Financial Times Deutschland vom 29. Juni 2009. Die Frage, ob die momentan festzustellenden Signale aus der Wirtschaft "Anfang einer anhaltenden Erholung oder trügerische Morgenröte" sind, beantwortet der ehemalige Chef der US-Notenbank Federal Reserve mit der klaren Ansage, dass er in der Zukunft die Inflation als größte Herausforderung sieht. "Was die Inflation im kommenden Jahrzehnt so wahrscheinlich macht, ist die Lawine an Staatsschulden, die kurz davor ist, über die Weltfinanzmärkte hereinzubrechen. Die Notwendigkeit, in den kommenden Jahren sehr große Haushaltsdefizite zu finanzieren, könnte die Notenbanken unter Druck setzen, Geld zu drucken, mit dem sie einen großen Teil der neu ausgegebenen Schuldtitel aufkaufen."
Der Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, sagte der Welt am Sonntag:"Mit der Überschuldung, die auf Dauer nur durch eine Aufblähung der Geldmenge erreicht werden kann, wächst die Gefahr von Inflation und Staatsversagen."
Der Wirtschaftswissenschaftler und Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI), Thomas Straubhaar, erwartet schon in Kürze eine kräftige Geldentwertung in Deutschland. Diese werde seiner Ansicht nach bei fünf bis zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010 liegen.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück schließt daraus in einem Gespräch mit dem Focus, dass es "nach der Überwindung der Rezession sehr schwierig wird, das Geld wieder aus dem Markt zu ziehen." Konkreter wird in diesem Zusammenhang Martin Hüfner, Publizist und Chefökonom der Aquila Invest (Zürich) in seinem "Fahrplan für die Inflation", veröffentlicht Mitte Mai bei Finanz und Wirtschaft: "Im Jahr 2010 springen die Ampeln auf 'Gelb'. Spätestens dann wird sich die Konjunktur als Folge der massiven geld- und fiskalpolitischen Ankurbelung stabilisieren." Da sich die Geldpolitik verändere, werde die Welt gerade für die Anleger nicht mehr sein wie vorher. Die Zentralbanken müssten zudem berücksichtigen, dass von den staatlichen Ankurbelungsprogrammen immer noch expansive Wirkung ausgeht, die es zu kompensieren gilt. "All das muss in einer kurzen Zeit von vielleicht zwölf Monaten geschehen. Das ist ein sehr schwieriger Ritt."
Richtig ernst wird es laut Ansicht Martin Hüfners dann 2011, das Jahr, in dem die Ampeln auf 'Rot' stehen. Die Preissteigerung liege dann bei über zwei Prozent, zumindest in den Ländern, in denen die Konjunktur am ehesten erwacht. Seine klare Empfehlung lautet: "Spätestens jetzt muss jeder Investor inflationsgeschützt sein." Stellt sich noch die Frage nach dem "Wie?". Auch darauf hat Martin Hüfner eine Antwort parat: "Zeiten der Inflation sind Zeiten der Sachwerte."
Das ist ein Plädoyer für die Investition in geschlossene Fonds. Das Paradoxe: Anleger wünschen sich die Sicherheit, die ihnen diese Fonds bieten können, und investieren trotzdem "falsch": der Großteil des Geldvermögens der Deutschen liegen in Sicht-, Termin- und Spareinlagen. Die Folge ist ein praktisch täglicher Wertverlust, da zusätzlich zur Steuerbelastung der erforderliche Inflationsausgleich nicht stattfindet.
Eingestellt am 30.06.2009 von M. Rehberger
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