Strategische Metalle sind nicht das Gleiche wie Seltene Erden

Strategische Metalle
Das Universum der Rohstoffe lässt sich in drei große Hauptgruppen einteilen. Diese sind die Soft-Commodities (Agrar-Rohstoffe), die Energie-Rohstoffe und die Metalle. Ich möchte Ihnen heute unter den Metallen eine Sondergruppe, die Strategischen Metalle, vorstellen. Ohne diese Metalle funktioniert nichts auf unserem Planeten und unser modernes Leben ist ohne sie undenkbar. Sie spielen als Zusatzstoffe in vielen Anwendungen und Industrien eine Schlüsselrolle und es kommen ständig neue Einsatzgebiete und Anwendungen dazu. Doch wer weiß schon Genaueres über Metalle wie Cäsium, Hafnium, Germanium, Wismut, Rhenium, Tellur, Niob, Tantal oder Gallium? Wer sich damit intensiver auseinandersetzt erkennt, dass einige diese Strategischen Metalle alles erfüllen, was eine gute und sichere Geldanlage ausmacht. So sind Strategische Metalle in meiner Beratungs-Praxis ein fester Bestandteil, wenn es um die Erstellung eines krisenfesten Sachwert-Portfolios geht.

Worin unterscheiden sich Strategische Metalle und Seltene Erden?

Selten Erden sind trotz ihres Namens keine spezielle Erdsorte. Es sind Metalle, die zur chemischen Gruppe der Lanthanoide gehören. Darunter fallen Elemente mit seltsamen, oft unbekannten Namen wie Scandium, Yttrium, Lanthan, Cer, Neodym, Samarium, Gadolinium, Dysprosium, Erbium oder Lutetium. Seltene Erden werden beispielsweise zum Bau von Computerchips, Displays und Autos benötigt. Geologisch gesehen, sind diese Metalle jedoch gar nicht so selten wie dies der Überbegriff „Seltene Erden“ vermuten lässt. Es gibt davon weltweit sehr große Mengen und doch hat bei deren Produktion China zur Zeit mit bis zu 97 % ein weltweites Fördermonopol. Die weltweit geförderte Menge an Seltenen Erden lag im Jahr 2008 bei über 120.000 Tonnen und soll in den nächsten Jahren weiter ansteigen. Außerhalb der Seltenen Erden gibt es Metalle, die tatsächlich sehr selten sind und teilweise eine Welt-Jahresproduktion von gerade einmal 100 Tonnen hergeben! Diese werden auch als „Strategische Metalle“ bezeichnet, da sie für sehr viele Industriezweige unverzichtbar sind. Oft sind es nur kleinste Mengen, die davon als Zusatz verwendet werden und dennoch die Produkteigenschaften ganz entscheidend beeinflussen und verbessern. Da diese Strategischen Metalle meist nur Nebenprodukte bei der Gewinnung anderer Metalle sind, kann ihre Produktion nicht beliebig erhöht werden.

Die Dominanz Chinas bei den Seltenen Erden wird sich mittelfristig verringern

Das Monopol Chinas ist vor allem darin begründet, dass China aufgrund sehr niedriger Arbeitskosten sowie geringer Umwelt- und Arbeitsschutzstandards die Seltenen Erden konkurrenzlos günstig abbauen kann. Somit blieben die Vorkommen in anderen Ländern bisher meist unangetastet, da diese hier nicht wettbewerbsfähig gefördert werden konnten. Da China die Exportquoten Seltener Erden und Strategischer Metalle in den letzten Jahren mehrfach reduziert hat, wird dem Rest der Welt die Abhängigkeit davon immer bewusster. Die Verknappung des Angebots führt zu entsprechenden Preisentwicklungen und aktuell sind viele Länder damit beschäftigt, die Versorgung der eigenen Industrien mit diesen Metallen dauerhaft sicherzustellen. So wird gegenwärtig an verschiedenen Standorten der Abbau von Seltenen Erden angestoßen, um jene Abhängigkeiten zu reduzieren. Allerdings dauert es bis zu 5 Jahren, um solche Neu-Produktionen ins Laufen zu bringen. Mit diesem Hintergrundwissen kann ein Investor jedoch abschätzen, dass die Seltene Erden, so sehr sie aktuell von den Medien hochgespielt werden, kurzfristig extreme Preisschwankungen aufweisen werden. Wer nicht spekulieren sondern langfristig investieren will, dürfte mit Strategischen Metallen besser aufgehoben sein. Bei der Auswahl Strategischer Metalle sind wichtig Faktoren zu beachten, damit diese als langfristige Geldanlage geeignet sind. So habe ich für meine Mandanten den Anspruch, dass sie die Metalle physisch besitzen. Nur dadurch sind alle Spekulationen und Emittentenrisiken ausgeschlossen. Dies hat den weiteren Vorteil, dass für den Anleger nach einem Jahr Besitz alle Gewinne steuerfrei sind. Der Kauf soll ohne Umsatzsteuer erfolgen und die gelagerten Metalle müssen versichert sein. Die Lagerung der Metalle soll kostengünstig und auch über lange Zeiträume möglich sein.

Schaffen Strategische Metalle echte finanzielle Sicherheit?

Die weltweite Überschuldung steht in keinem Verhältnis mehr zu den real vorhandenen Werten. Dies wird dramatische Auswirkungen auf die Kaufkraft unseres Geldvermögens haben und zwingt zum Umdenken. Die Geschichte der Menschheit hat gezeigt, wie das Eigentum von physischen Metallen seit vielen Generationen Wohlstand und Sicherheit garantiert. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Steigende Preise dieser Metalle werden dazu führen, dass dem Recycling in Zukunft eine immer größere Rolle zukommen wird. Auch durch den wachsenden Wohlstand und Nachholbedarf der Schwellenländer werden diese Rohstoffe auf Dauer ein knappes und begehrtes Gut bleiben.
Absolute Sicherheit wird dabei nur das physische Eigentum (keine Finanzprodukte auf Metalle) dieser Metalle bieten. Demgemäß arbeite ich ausschließlich mit Lösungen, die den physischen Metallbesitz sicherstellen. Im Vergleich zu vielen anderen Sachwerten und Rohstoffen bieten Metalle einen entscheidenden Vorteil: Sie können schnell und flexibel verkauft werden und ich bezeichne sie daher gerne als den Liquiditätsbaustein unter den Substanzwerten.
Indium rares Metall mit vielen Anwendungen

Risikostreuung durch Warenkörbe mit mehreren Metallen

Bei der Umsetzung in konkrete Anlagelösungen gibt es vielfältige Möglichkeiten. Bei jeder Entscheidung ist wichtig, die Details zu beachten sowie die langfristigen Angebots- und Nachfrageperspektiven zu prüfen. Der gezielte Kauf einzelner Metalle bietet höhere Chancen und gleichzeitig höhere Risiken, da es bei einzelnen Metallen teilweise extreme Preisbewegungen gibt. Eine gute Lösung zur Risikominimierung bietet der Erwerb von Metallkörben, die sich aus mehreren ausgesuchten Strategischen Metallen zusammensetzen.
Beispielsweise gibt es einen Metallkorb der aus Indium, Hafnium, Gallium, Wismut, Tantal und Tellur besteht. Bei diesem Metallkorb ist der Preis innerhalb der letzten zwei Jahre von etwa 8.000 € auf über 13.000 € angestiegen. Übrigens ist für mich auch Silber ein Strategisches Metall. Es steht zwar jährlich eine hohe Fördermenge zur Verfügung, doch der Verbrauch und die Anwendungen steigen stetig. Gleichzeitig sind beim Silber die weltweiten Reserven und Ressourcen sehr begrenzt.

Ich vertrete die Meinung, dass der physische Kauf von Strategischen Metallen und Silber eine sinnvolle Ergänzung und Bereicherung für jedes Depot darstellen. Für Fragen oder weitere Informationen melden Sie sich unter mr@rehberger-werte.de.

Mit den besten Grüßen
Michael Rehberger

Diesen Artikel haben wir für den Rohstoffspiegel April-2011 geschrieben.



Eingestellt am 20.04.2011 von M. Rehberger
Trackback

Kommentar hinzufügen:

Ihr Kommentar wird nach Überprüfung veröffentlicht.
Ihre persönlichen Daten werden nicht angezeigt.
Ihr Name:
Ihr Kommentar:
Registrieren: E-Mail Benachrichtigung bei neuen Kommentaren.
Registrierte Nutzer können Benachrichtigungen per Email
anfordern, unseren Newsletter abonnieren und weitere
Informationen erhalten.
Spamschutz: Bitte geben Sie die Zeichen auf dem Bild ein.


Bewertung: 3,5 bei 2 Bewertungen.
Wie hilfreich fanden Sie diese Informationen?
(1=wenig hilfreich, 5=sehr hilfreich)